Grenzen setzen mit Herz – warum Nein sagen auch Fürsorge ist
- Mefküre Ülker

- 4. Nov. 2025
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 31. Dez. 2025
Wer pflegt, kennt den Wunsch, für andere da zu sein – immer, überall, ohne Pause. Doch genau darin liegt eine der größten Gefahren im Pflegealltag: sich selbst zu vergessen. Grenzen setzen in der Pflege ist kein Egoismus. Es ist eine Form von Selbstschutz – und damit auch Fürsorge.
Wenn wir ständig verfügbar sind, brennt unser inneres Licht leise aus. Müdigkeit, Gereiztheit oder Schuldgefühle schleichen sich ein. Viele pflegende Angehörige und Fachkräfte spüren diese Erschöpfung – und kämpfen dennoch weiter. Warum? Weil sie glauben, dass „Nein“ sagen Enttäuschung bedeutet.
Dabei ist das Gegenteil der Fall: Wer seine Grenzen kennt und sie klar, aber respektvoll kommuniziert, schafft Vertrauen. Nur wer innerlich stabil bleibt, kann empathisch, achtsam und professionell handeln. Grenzen sind also keine Mauern – sie sind stabile Geländer, die Orientierung geben.

Wie Grenzen setzen mit Herz gelingt
Wahrnehmen: Spüre frühzeitig, wann dein Körper oder Geist Stopp sagen.
Reflektieren: Frage dich: „Will ich das wirklich – oder tue ich es nur, weil ich mich verpflichtet fühle?“
Kommunizieren: Formuliere dein Nein klar, ruhig und ohne Rechtfertigung. Zum Beispiel: „Ich verstehe, dass es wichtig ist. Heute brauche ich jedoch eine Pause.“
Pflegen durch Balance: Wer seine Kraft einteilt, kann langfristig geben – ohne daran zu zerbrechen.
Grenzen zu setzen bedeutet, sich selbst ernst zu nehmen – und dadurch anderen aufrichtiger zu begegnen. Es ist keine Schwäche, sondern gelebte Stärke. Und sie beginnt mit einem Satz, den viele lange vermeiden: „Heute nicht.“




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