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Warum Verhalten kein Zufall ist – das Gehirn bei Demenz verstehen

  • Autorenbild: Mefküre Ülker
    Mefküre Ülker
  • 2. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 31. Dez. 2025

Wie das Gehirn bei Demenz Verhalten neu formt – Gehirn bei Demenz verstehen


Viele Verhaltensweisen bei Demenz wirken auf Außenstehende rätselhaft: Warum wiederholt jemand ständig dieselbe Frage? Warum will jemand „nach Hause“, obwohl er schon dort ist? Oder warum entsteht plötzlich Misstrauen gegenüber vertrauten Menschen?


Um zu verstehen, was geschieht, müssen wir dorthin schauen, wo alles beginnt – ins Gehirn. Wer das Gehirn bei Demenz versteht, erkennt, warum Verhalten kein Zufall ist.


Das Gehirn bei Demenz verstehen heißt, innere Prozesse zu begreifen, die Verhalten sichtbar machen.


Schwarz-weiß Fotografie von verzweigten Ästen, die an neuronale Verbindungen im Gehirn erinnern – Symbol für die komplexen Veränderungen bei Demenz.

Das Gehirn verändert sich – aber der Mensch bleibt


Demenz verändert nicht den Charakter, sondern die Funktionsweise des Gehirns.


Gedächtnis, Orientierung, Sprache, Emotion und Antrieb sind in unterschiedlichen Regionen verankert. Wenn dort Nervenzellen geschädigt werden, verändern sich Wahrnehmung und Verhalten.


Das bedeutet: Was wir von außen als „Symptom“ sehen, ist oft der Ausdruck einer inneren Anpassung. Das Gehirn versucht weiterhin, Sinn zu schaffen – nur auf Umwegen.



Das emotionale Zentrum bleibt aktiv


Während Gedächtnis und Logik nachlassen, bleibt das emotionale Zentrum im limbischen System lange erhalten. Darum spüren Menschen mit Demenz Stimmungen, Tonfall und Atmosphäre oft stärker als Worte. Ein gereizter Blick kann mehr bewirken als hundert Erklärungen – und ein Lächeln ebenso.


Wer das weiß, kommuniziert nicht nur mit Worten, sondern mit Haltung.



Nachdenklicher älterer Mann sitzt im Halbschatten, Licht fällt auf sein Gesicht – Sinnbild für Wahrnehmung und emotionale Tiefe bei Demenz

Verhalten ist Kommunikation


Unruhe, Rückzug, Misstrauen oder Aggression sind keine „Zufälle“.Sie sind Botschaften eines Gehirns, das auf Stress, Überforderung oder Angst reagiert. Jede Handlung hat eine Bedeutung – auch wenn sie uns rätselhaft erscheint.


Gerontopsychologisch betrachtet heißt das: Nicht das Verhalten selbst ist das Problem, sondern das Missverständnis darüber, was es ausdrücken will.



Der Schlüssel: Beobachten statt bewerten


Pflege, Beratung und Angehörige profitieren, wenn sie Verhalten wie eine Sprache lesen lernen:

  • Was könnte das Verhalten sagen wollen?

  • Welche Situation löst es aus?

  • Welche Emotion steckt dahinter?


Dieses Verständnis verändert die Haltung – von Kontrolle zu Beziehung, von Reaktion zu Resonanz.



Fazit: Verständnis schafft Würde


Jüngere und ältere Hände formen gemeinsam ein Herz – Symbol für Nähe, Mitgefühl und Verständnis im Umgang mit Menschen mit Demenz.

Wer das Gehirn bei Demenz versteht, sieht nicht mehr nur die Störung, sondern den Menschen, der versucht, sich in einer veränderten Welt zurechtzufinden.


Wissen schafft Mitgefühl – und Mitgefühl ist der erste Schritt zu guter Begleitung.

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