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Demenzformen im Überblick: Typische Symptome und Unterschiede

Autorenbild: Mefküre Ülker
Mefküre Ülker
vor 2 Tagen
4 Min. Lesezeit

Demenz kann sich unterschiedlich bemerkbar machen. Bei manchen Menschen fallen zunächst Gedächtnisprobleme auf. Bei anderen verändern sich die Sprache, das Verhalten oder die Fähigkeit, alltägliche Aufgaben zu planen.


Welche Beschwerden auftreten, hängt unter anderem von der zugrunde liegenden Erkrankung ab. Dieser Beitrag stellt vier wichtige Demenzformen vor: Alzheimer-Demenz, vaskuläre Demenz, frontotemporale Demenzen und Lewy-Körperchen-Demenz.


Die beschriebenen Merkmale dienen der Orientierung. Sie ersetzen keine individuelle ärztliche Abklärung.


Ältere Frau mit grauen Haaren sitzt nachdenklich im Sessel am Fenster, helles Wohnzimmer mit Pflanzen und Bildern.

Was bedeutet Demenz?

Demenz bezeichnet ein Syndrom, bei dem geistige Fähigkeiten so beeinträchtigt sind, dass die selbstständige Alltagsbewältigung eingeschränkt wird. Betroffen sein können beispielsweise Gedächtnis, Orientierung, Sprache oder das Planen und Ausführen von Handlungen.


Dahinter können verschiedene Erkrankungen und Schädigungen des Gehirns stehen. Demenz ist deshalb nicht mit Alzheimer gleichzusetzen. Sie ist auch keine zwangsläufige Folge des Älterwerdens.


Alzheimer-Demenz: häufig mit Gedächtnisstörungen beginnend

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache einer Demenz. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist sie weltweit an schätzungsweise 60 bis 70 Prozent der Demenzfälle beteiligt.


Typisch ist ein schleichender Beginn. Häufig fällt es zunächst schwerer, neue Informationen zu behalten oder sich an kürzlich Erlebtes zu erinnern. Im Verlauf können Orientierung, Sprache und Urteilsvermögen beeinträchtigt werden. Auch Verhalten und Persönlichkeit können sich verändern.


Es gibt jedoch Verläufe, bei denen anfangs andere Schwierigkeiten stärker auffallen, etwa mit der Sprache oder der Verarbeitung visueller Eindrücke.


Kennzeichnend für die Alzheimer-Krankheit sind unter anderem Ablagerungen von Beta-Amyloid und krankhafte Veränderungen des Tau-Proteins im Gehirn. Nervenzellen verlieren ihre Funktionsfähigkeit und Verbindungen; im Verlauf können sie absterben. Die zugrunde liegenden Veränderungen können bereits viele Jahre vor den ersten erkennbaren Beschwerden beginnen.


Vaskuläre Demenz: Folgen von Gefäßschädigungen im Gehirn

Vaskuläre Demenzen entstehen durch Erkrankungen und Schädigungen der Blutgefäße im Gehirn. Dazu gehören Folgen von Schlaganfällen und Veränderungen kleiner Hirngefäße.


Welche Beschwerden auftreten, hängt davon ab, welche Hirnregionen betroffen sind und wie ausgeprägt die Schädigung ist. Möglich sind verlangsamtes Denken, Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit und Planung sowie Gedächtnisprobleme. Auch Gangbild, Stimmung oder Verhalten können sich verändern.


Der Verlauf ist unterschiedlich. Nach Schlaganfällen können sich Fähigkeiten stufenweise verschlechtern. Bei anderen Gefäßveränderungen entwickeln sich die Beschwerden eher schleichend.


Für die Behandlung ist unter anderem bedeutsam, vorhandene Gefäßerkrankungen und Risikofaktoren ärztlich zu berücksichtigen. Welche Maßnahmen erforderlich sind, richtet sich nach der individuellen Situation.


Frontotemporale Demenzen: Veränderungen von Verhalten oder Sprache

Frontotemporale Demenzen umfassen unterschiedliche Erscheinungsbilder. Zu Beginn können Veränderungen der Persönlichkeit, des sozialen Verhaltens oder der Sprache im Vordergrund stehen. Gedächtnisprobleme sind dann möglicherweise weniger auffällig.


Bei der verhaltensbetonten Form können Betroffene beispielsweise impulsiver handeln, soziale Grenzen weniger beachten oder weniger Einfühlungsvermögen zeigen. Andere wirken vor allem antriebsgemindert und ziehen sich aus bisherigen Aktivitäten zurück.


Bei sprachbetonten Varianten verändern sich unter anderem das Sprechen oder das Verstehen von Wörtern. Solche Schwierigkeiten können anfangs das deutlichste Krankheitszeichen sein. Eine fortschreitende Sprachstörung ist jedoch nicht automatisch einer frontotemporalen Erkrankung zuzuordnen.


Bei diesen Erkrankungen verlieren Nervenzellen insbesondere in den Stirn- und Schläfenlappen ihre Funktion. Diese Hirnregionen sind unter anderem an sozialem Verhalten, Emotionsverarbeitung und Sprache beteiligt.


Frontotemporale Demenzen beginnen vergleichsweise häufig vor dem 65. Lebensjahr. Sie können auch bei älteren Menschen auftreten.


Lewy-Körperchen-Demenz: Schwankungen von Aufmerksamkeit und Wachheit

Bei der Lewy-Körperchen-Demenz finden sich krankhafte Ablagerungen des Proteins Alpha-Synuclein in Nervenzellen. Diese Ablagerungen werden als Lewy-Körperchen bezeichnet.


Charakteristische Merkmale können sein:

  • deutliche Schwankungen von Aufmerksamkeit, geistiger Leistungsfähigkeit und Wachheit,

  • wiederkehrende visuelle Halluzinationen,

  • verlangsamte Bewegungen, Muskelsteifigkeit oder andere Parkinson-Symptome,

  • eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung, bei der Träume durch Rufen oder Bewegungen ausgelebt werden können.


Nicht alle Merkmale müssen bei jeder Person vorhanden sein. Phasen guter Aufmerksamkeit können sich mit deutlich eingeschränkten Phasen abwechseln. Diese Schwankungen können innerhalb eines Tages auftreten und sind für Angehörige häufig schwer einzuordnen.


Gedächtnisstörungen können hinzukommen. Zu Beginn fallen jedoch teilweise Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit, räumlich-visueller Verarbeitung oder der Bewältigung komplexer Aufgaben stärker auf.


Für die Behandlung ist eine mögliche ausgeprägte Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Antipsychotika wichtig. Die Auswahl und Überwachung entsprechender Medikamente gehört deshalb in ärztliche Hände.


Mischformen: Wenn mehrere Krankheitsprozesse zusammenkommen

Die Grenzen zwischen Demenzformen sind nicht immer eindeutig. Alzheimer-Veränderungen und vaskuläre Schädigungen können beispielsweise gleichzeitig vorliegen. Auch Alzheimer- und Lewy-Körperchen-Veränderungen können sich überlagern.


Dann können Beschwerden auftreten, die sich nicht allein einer Erkrankung zuordnen lassen. Eine fachliche Einordnung muss solche Überschneidungen berücksichtigen.


Neben den hier beschriebenen Formen gibt es weitere Ursachen einer Demenz. Auch im Verlauf einer Parkinson-Krankheit kann sich eine Demenz entwickeln.


Wie wird die Demenzform festgestellt?

Ein einzelnes Symptom bestimmt die Demenzform nicht. Gedächtnisprobleme, Sprachveränderungen oder Halluzinationen müssen im Zusammenhang mit dem bisherigen Verlauf und weiteren Befunden betrachtet werden.


Zur ärztlichen Abklärung gehören Gespräche über die Beschwerden und ihre Auswirkungen im Alltag, körperliche und neurologische Untersuchungen sowie die Prüfung möglicher anderer Ursachen. Beobachtungen nahestehender Personen können wichtige Hinweise geben.


Kognitive Testverfahren erfassen bestimmte Fähigkeiten und Einschränkungen. Ein einzelner Testwert begründet jedoch keine Demenzdiagnose und legt auch die zugrunde liegende Erkrankung nicht fest. Je nach Fragestellung sind Blutuntersuchungen, bildgebende Verfahren oder weitere Spezialuntersuchungen erforderlich.


Bei Testungen müssen unter anderem Sprachkenntnisse, Bildungsbiografie sowie Einschränkungen des Sehens und Hörens berücksichtigt werden. Schwierigkeiten beim Verstehen einer Aufgabe dürfen nicht vorschnell als krankheitsbedingte Leistungseinbuße bewertet werden.


Weiterführender Ratgeber für Angehörige

In meinem E-Book „Demenz verstehen“ finden Angehörige Informationen zur Demenzabklärung und zu Unterstützungsmöglichkeiten in Deutschland. Der Ratgeber berücksichtigt besonders die Situation von Familien mit türkischer Migrationsgeschichte, darunter Fragen zur Mehrsprachigkeit und zur Pflege innerhalb der Familie.



Warum die Unterscheidung für den Alltag wichtig ist

Die zugrunde liegende Erkrankung kann beeinflussen, welche Behandlung infrage kommt und worauf bei der Begleitung besonders zu achten ist.


Wer vor allem Schwierigkeiten mit der Handlungsplanung hat, benötigt möglicherweise andere Unterstützung als jemand, der gesprochene Sprache zunehmend schlechter versteht. Bei wechselnder Aufmerksamkeit müssen Anforderungen und Termine gegebenenfalls an die aktuelle Belastbarkeit angepasst werden.


Die Diagnose allein beschreibt jedoch nicht, was ein Mensch kann oder braucht. Ebenso wichtig bleiben seine Gewohnheiten, Beziehungen und persönlichen Wünsche. Vorhandene Fähigkeiten sollten bei der Planung von Unterstützung berücksichtigt werden.


Unterstützung bei unklaren Veränderungen

Wenn Beschwerden, Befunde oder Veränderungen im Alltag Fragen aufwerfen, kann eine strukturierte fachliche Einordnung Orientierung geben.


In meiner Demenzberatung unterstütze ich Angehörige dabei, Beobachtungen zu ordnen, vorhandene Befunde zu besprechen und nächste Schritte für die Begleitung im Alltag zu entwickeln. Die ärztliche Diagnosestellung und medizinische Ursachenklärung bleiben davon getrennt.



Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Diagnostik oder Behandlung.


Quellen


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Mefküre Ülker Consulting

Gerontopsychologische Diagnostik und fachliche Einordnung komplexer Demenzsituationen mit einem Schwerpunkt auf kultursensibler Versorgung. Beratung für Angehörige sowie Fortbildungen und fallbezogene Fachberatung für Fachkräfte und Einrichtungen.

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Gerontopsychologische Untersuchungen finden im persönlichen Kontakt statt. Gespräche mit Angehörigen und Fachkräften können je nach Fragestellung auch online durchgeführt werden.

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Fachlicher Hinweis: Die Informationen auf dieser Webseite dienen der allgemeinen Orientierung. Die angebotene gerontopsychologische Diagnostik und Beratung ersetzen keine ärztliche Untersuchung, medizinische Diagnosestellung oder medizinische Notfallversorgung.

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