top of page

Selbstfürsorge und Resilienz für pflegende Angehörige

Autorenbild: Mefküre Ülker
Mefküre Ülker
vor 2 Tagen
3 Min. Lesezeit

Die Begleitung eines Menschen mit Demenz kann den eigenen Alltag erheblich verändern. Neben den unmittelbaren Pflegeaufgaben beanspruchen häufig auch Absprachen, Sorgen und die ständige Aufmerksamkeit viel Kraft. Eigene Bedürfnisse geraten dabei leicht in den Hintergrund.


Selbstfürsorge richtet den Blick auf die Gesundheit und das persönliche Wohlbefinden der Angehörigen. Resilienz beschreibt den Erhalt oder die Wiedergewinnung psychischer Gesundheit unter Belastung. Für beides sind die Lebensbedingungen und die verfügbare Unterstützung bedeutsam.


Frau in dunkler Bluse sitzt am Fenster und hält eine Tasse, blickt nachdenklich hinaus; ruhige Wohnzimmerstimmung.

Was bedeutet Resilienz im Pflegealltag?

Psychische Resilienz hängt mit veränderlichen Anpassungsprozessen zusammen. Persönliche Erfahrungen und ein unterstützendes Umfeld können dazu beitragen, mit schwierigen Lebenssituationen umzugehen und sich nach Belastungen wieder zu stabilisieren.


Im Pflegealltag verändern sich die Anforderungen häufig. Gewohnte Abläufe passen möglicherweise nicht mehr, zusätzliche Hilfe wird erforderlich oder die eigene Gesundheit braucht mehr Aufmerksamkeit. Dann kann es hilfreich sein, bisherige Entscheidungen zu überprüfen und die Versorgung anzupassen.


Wie gut dies gelingt, hängt auch davon ab, welche Hilfen tatsächlich erreichbar sind. Fehlende Betreuungsangebote, finanzielle Sorgen oder dauernder Schlafmangel begrenzen die Möglichkeiten zur Erholung. Diese Bedingungen gehören in die Betrachtung der Belastungssituation.


Die eigene Gesundheit berücksichtigen

Zur Selbstfürsorge gehören ausreichend Schlaf, regelmäßige Mahlzeiten und Bewegung ebenso wie die Versorgung eigener gesundheitlicher Beschwerden. Auch persönliche Arzttermine brauchen ihren Platz im Alltag.


Daraus sollte keine zusätzliche Liste von Anforderungen entstehen. Entscheidend ist, wo aktuell ein konkreter Bedarf besteht und welche Veränderung möglich wäre. Wenn die Versorgung eines Angehörigen regelmäßig den eigenen Schlaf unterbricht, muss beispielsweise besprochen werden, welche Unterstützung nachts infrage kommt.


Selbstfürsorge braucht damit auch organisatorische Voraussetzungen. Ein guter Vorsatz allein schafft noch keinen freien Zeitraum.


Erholung ermöglichen

Erholung kann unterschiedlich aussehen. Manche Menschen finden Ausgleich durch Bewegung, andere durch Ruhe oder eine vertraute Beschäftigung. Auch religiöse oder spirituelle Rituale können eine persönliche Kraftquelle sein.


Hilfreich sind Zeiträume, über die Angehörige möglichst selbst verfügen können. Wenn der Mensch mit Demenz Begleitung benötigt, gehört eine verlässliche Vertretung dazu. Wünsche und Gewohnheiten der betreuten Person sollten bei der Planung berücksichtigt werden.


Ein überschaubarer, regelmäßig verfügbarer Zeitraum kann ein Anfang sein. Wenn sich selbst kurze Unterbrechungen kaum ermöglichen lassen, sollte dies in einem Beratungsgespräch ausdrücklich angesprochen werden.


Soziale Beziehungen erhalten

Freundschaften und persönliche Interessen können im Pflegealltag zurücktreten. Gleichzeitig bieten vertraute Beziehungen Gelegenheit, sich verstanden zu fühlen und am Leben außerhalb der Pflege teilzunehmen.


Gespräche dürfen Raum für Belastendes geben. Sie können sich ebenso um gemeinsame Interessen und andere Lebensbereiche drehen. Welche Begegnungen guttun, ist individuell.


Der Austausch mit anderen pflegenden Angehörigen kann besonders hilfreich sein, wenn ähnliche Erfahrungen das gegenseitige Verständnis erleichtern. Angehörigen- und Selbsthilfegruppen bieten dafür einen Rahmen.


Welche Unterstützung passt zur eigenen Situation?

Unterschiedliche Angebote erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Pflegekassen und Pflegestützpunkte beraten zu Leistungen und zur Organisation der Versorgung. Pflegedienste, Betreuungsangebote oder Tagespflege können vereinbarte Aufgaben übernehmen und zeitliche Freiräume ermöglichen. Verfügbarkeit und Finanzierung sollten individuell geklärt werden.


Beratung und Angehörigengruppen bieten dagegen vor allem Information, Orientierung oder persönlichen Austausch. Welche Unterstützung gebraucht wird, hängt davon ab, was den Alltag besonders belastet.


Dabei können die bevorzugte Sprache, persönliche Werte und bisherige Erfahrungen mit dem Versorgungssystem wichtig sein. Kultursensible Angebote fragen diese Bedürfnisse individuell nach. Herkunft oder Religion erlauben keine verlässlichen Rückschlüsse darauf, welche Unterstützung jemand wünscht.


Wann zusätzliche fachliche Hilfe wichtig ist

Anhaltende Schlafprobleme, starke Erschöpfung, zunehmende Ängste oder Niedergeschlagenheit sollten ernst genommen werden. Solche Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben und sollten mit der Hausärztin oder dem Hausarzt besprochen werden.


Bei ausgeprägter psychischer Belastung kann außerdem psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll sein. Erholungszeiten und Entlastungsangebote bleiben wichtig, ersetzen aber keine notwendige Behandlung.


Angehörigenberatung

In meiner Angehörigenberatung besprechen wir, was Sie im Alltag besonders beansprucht und welche Veränderungen für Ihre Situation infrage kommen. Dabei haben auch Ihre eigenen Bedürfnisse und die verfügbaren Unterstützungsmöglichkeiten ihren Platz.



Kommentare


Mefküre Ülker Consulting

Gerontopsychologische Diagnostik und fachliche Einordnung komplexer Demenzsituationen mit einem Schwerpunkt auf kultursensibler Versorgung. Beratung für Angehörige sowie Fortbildungen und fallbezogene Fachberatung für Fachkräfte und Einrichtungen.

​

Gerontopsychologische Untersuchungen finden im persönlichen Kontakt statt. Gespräche mit Angehörigen und Fachkräften können je nach Fragestellung auch online durchgeführt werden.

Im Zollhafen 18, 50678 Köln

+49 (0) 2233 8059233

RECHTLICHE HINWEISE

FOLGEN SIE MIR

  • LinkedIn sembolü
  • Instagram sembolü
  • YouTube sembolü
  • Facebook sembolü

Fachlicher Hinweis: Die Informationen auf dieser Webseite dienen der allgemeinen Orientierung. Die angebotene gerontopsychologische Diagnostik und Beratung ersetzen keine ärztliche Untersuchung, medizinische Diagnosestellung oder medizinische Notfallversorgung.

bottom of page